Das ganze war ein wenig spontan; Yaqoub rief mich um 10:00 an und fragte ob ich mit zu der Hochzeit kommen wolle und um 10:20 wurde ich bereits abgeholt. Auf der Fahrt dorthin, ca. 2 Stunden mit dem Auto, habe ich die Berge gesehen (welche wunderschön sind!!!) und einige kleinere Dörfer.
Die Hochzeit selbst war sehr interessant. Es war der erste Teil einer Hochzeit denn hier sind Hochzeiten in zwei Feiern geteilt. Der erste Teil ist die Zeremonie bei welcher der Mann vor dem Vater der Braut und den Sheichs (Familienoberhäuptern) drei mal sein "Ja"-Wort gibt, dass er die Frau gut behandeln wird in guten wie in schlechten Zeiten, usw. usw. (Ausserdem werden auch nochmal einige Details des Ehevertrags besprochen)
Es waren nur Männer (und Jungen) anwesend, die Braut hat während dessen eine kleine Feier im engeren Familienkreis aber ohne eine bestimmte Zeremonie oder so. (So weit ich weiss)
Die Hochzeit begann damit, dass wir in den Festssaal kamen und dort jedem bereits Anwesenden (wir kamen spät und es waren schon fast alle da) die Hand schüttelten und begrüßten. Ich denk es waren ca. 200 Gäste anwesend.
Dann folgte die eigentlich Zeremonie, welche nur ca. 10 Minuten dauerte und ohne Musik ooder andere "pompöse" Dinge verlief.
Danach wurden Halluwa und omanischer Kaffe gereicht und im Anschluss gab es Lunch (wieder auf dem Boden und mit den Fingern).
Da ich meine Dishdasha trug war das "auf-dem-Boden-sitzen" sehr viel bequemer als die letzten Male und auch meine Technik beim essen mit den Fingern hat sich verbessert, sodass ich meine schöne weisse Dishdasha nicht beschmutzt habe. Wir waren nur ca. eine Stunde oder so auf der Hochzeit.
Nach der Hochzeit haben mir Yaqoubs Brüder ihre Heimatstadt gezeigt (also die Stadt Adam in der die Hochzeit war). Diese kleine Stadt ist sehr schön und die beiden haben mir viel gezeigt.
Die Felder auf denen die Dattelpalmen wachsen und das dazugehörige Bewässerungsystem und auch den alten Stadtkern (noch aus Lehmütten bestehend) der grade restauriert wird usw.
Der Zutritt zum alten Stadtkern ist zwar wegen der Bauarbeiten untersagt aber das hat meine beiden Führer und mich nicht gestört. ^^
Ich habe eine menge Fotos gemacht die ich wie immer unten anhänge.
In der Uni haben mittlerweile meine Vorlesungen begonnen und heute Nachmittag habe ich mein erstes Laborpraktikum hier. Drei meiner vier Dozenten sind Frauen und auch in den Kursen bin ich einer der sehr wenigen männlichen Teilnehmer und in einem Kurs sogar der einzige männliche Student.
Bisher kann ich den Dozenten sehr gut folgen und auch was den Stoff angeht habe ich noch keine Bedenken.
Vorhin habe ich meinen Advisor kennengelernt (der Professor der sozusagen für mich zuständig ist), sein Name ist Raeid Abed und er ist Palästinenser. Wir haben uns lange unterhalten denn es gab viel zu quatschen da er seinen Ph.D. in Bremen (!!!) am MPI (Max-Planck-Institut) gemacht hat und danach einige Jahre in Bremen gelebt und gearbeitet hat, auch seine Kinder sind in Bremen geboren! Wie klein die Welt doch ist...
Diese Berge haben es mir echt angetan!
Le 25 year old me in le "Dishdasha" mit "Kumma" aufm Kopf
Ein Chilli-Strauch wächst im Garten von Yaqoubs Elternhaus
Ein Henna-Busch
Ein leeres Vogelnest
Baumwolle
Das ist Achmed, ein Bruder von Yaqoub und er steht an einem Weihrauchbaum im Garten des Elternhauses
nicht ganz getrockneter Weihrauch
nocheinmal der Weihrauchbaum
Das ist der "Faladsch" ein künstlicher, unterirdischer Strom der Wasser aus den Bergen in das Dorf bringt
Anhand dieser Markierung und dem Sonnenstand wird bestimmt wer im Dorf seine Felder wann und wie lange bewässern darf
Mit solchen Stöcken wird angezeigt wie lange man das Wasser des Faladsch noch für seine Felder nutzen darf. In der Nacht gilt das gleiche System mit Mondlicht.... und viel Erfahrung der für die Messung verantwortlichen Männer.
Eines der Felder der Familie Al-Mahrooqi
Der "Sandhaufen" im Hintergrund ist ein altes, eingestürtztes Lehmhaus
...eine Spinne XD
In diesen kleinen oasen-artigen Feldern lag die Temperatur bestimmt 5°C unter der ausseralb... ein Traum denn hier im Inland war es viel wärmer als in Muscat
Der alte Stadtkern, von aussen
Meine beiden Führer "Youniz" und "Achmed"
Die gesamte Deckenkonstruktion besteht aus Palmenholz, die Balken sind geviertelte Palmenstämme und das daraufliegende Material sind die Mittelstränge der Palmwedel
Dieser Türbogen ist bereits restauriert
In diesem Stadtkern stehen die Häuser nicht separat sondern bilden einen Komplex der nahezu komplett überdacht ist und in dem es angenehm kühl war
In diesen Nischen wurden Datteln gesapelt und in dem Gefäß in der Mitte wurde der Saft/Syrup/Honig aufgefangen
Einer der typischen Wohnräume in diesen alten Häsuern (die Häuser hatten alle nur diesen einen Raum zum leben, kochen, schalfen usw usw)
zur Zierde angemalte Deckenbalken
Dieser Baum wächst aus einem Haus... und trägt essbare Früchte
Verzierungen und Inschriften aus dem Qur´an auf einem Türrahmen (handgemacht)
von diesen, sehr tiefen, Brunnen gab es einige im alten Dorf
Achmed und ich in einem der Häuser
Die Gebetsnische "Mihrab" in der Moschee des alten Stadtkerns
Gebetsraum der alten Moschee
Hier werden Lehmziegel getrocknet
.. Banane
...Frösche XD